Vor der Flut

Text: 1. Mose 6,1-8

Fragen zum Text:

  1. Lies die Geschichte mindestens einmal langsam durch. Nimm dir Zeit, um dich mit dem Text vertraut zu machen. Was sind deine ersten Eindrücke? Was findest du besonders interessant oder bemerkenswert? Was ist noch unklar?
  2. Notiere dir Wörter und Formulierungen im Text, die wiederholt werden und suche nach Mustern. Wie ist der Text aufgebaut? Warum? Was wird durch den Aufbau hervorgehoben? Beachte vor allem die interessanten Vergleiche, die durch die Struktur sichtbar werden.
  3. Lies Verse 1-2. Wer sind die Söhne Gottes und die Töchter der Menschen? Wie hilft dir der unmittelbare Zusammenhang (1. Mose 4-5) diese Frage zu beantworten? Beachte auch Matt 5,9; Röm 8,14 und Gal 3,26.
  4. Achte auf die Verben und Adjektive in Vers 2. An welche vorherigen beiden Stellen erinnert diese Kombination von Begriffen? Warum spielt der Autor genau auf diese vorherigen Stellen an? Inwiefern helfen uns diese Anspielungen, die Ehen, sowie Gottes Reaktion in Vers 3, richtig einzuordnen? Welche Verbindung besteht zwischen den Ehen und dem Rest des Abschnitts? Was können wir aus diesem Abschnitt lernen, gerade in Bezug auf das Thema Ehe/Partnerwahl?
  5. Was bedeutet es, dass es den Herrn reute? War es ein Fehler, dass Gott die Menschen geschaffen hat? Ist Gottes Reue so wie die Reue der Menschen? Oder anders? Oder beides zugleich? Schau dir 2. Mose 32,14; 1. Samuel 15,11.29.35; Jona 3,9-10; 4,2 und Jeremia 18,7-10 an. Wie helfen dir diese Verse das Konzept der göttlichen Reue besser zu verstehen?
  6. Lies Verse 4, 5 und 8. Was sagen diese Verse über menschliche Größe aus und darüber, was am Ende wirklich zählt? In welchen Bereichen deines Lebens stehst du in der Versuchung, auf menschlichen Ruhm und menschliche Leistung zu setzen? Wie können wir verhindern, dieser Versuchung zu erliegen?
  7. Wo findest du das Thema “Erlösung” in dieser Geschichte? Wo findest du Jesus?


Infos zum Text

Leitwörter und – formulierungen

  • Mensch (8x)
  • JHWH (5x)
  • Erde (3x)
  • Tag (3x)
  • alle/jede (3x)
  • sehen (2x)
  • gebären (2x)
  • machen (2x)
  • reuen (2x)
  • Herz (2x)

 

 

  • Söhne Gottes (2x)
  • Töchter der Menschen (2x)
  • Fläche des Erdbodens (2x)
  • auslöschen (1x)
  • Riesen/Nephilim (1x)
  • Helden (1x)
  • bekümmern (1x)
  • gut (1x)
  • böse (1x)

Aufbau/Struktur                  

A Die Menschen vermehren sich/werden groß, die Söhne Gottes sehen, dass die Töchter der Menschen gut sind – Reaktion auf das Sehen: nehmen (vv 1-2)

B JHWH spricht (v 3)

C Männer des Namens: keine Namen erwähnt (v 4)

A’ JHWH sieht, dass die Bosheit des Menschen groß war – Reaktion auf das Sehen: reuen, bekümmert sein (v 5)

B’ JHWH spricht (v 7)

C’ Der Mann des Namens (hebr.: Sem): Noah (v 8)

 

Kontext

1. Mose 5,1-32 and 1. Mose 7,9-22

Terminologische Verbindungen zu 5,1-32

Mensch, Tag, Jahr, Söhne, Töchter, nehmen, zeugen/gebären, alle, machen, schaffen, Name, Noah, Erdboden

Terminologische Verbindungen zu  7,9-22

Erde, Noah, Fleisch, sehen, machen, zeugen/gebären, alle, Söhne, Frau, Vieh, kriechende Tiere, Vögel

Intertextualität

Schöpfung

1. Mose 1-2 – Verbindungen: JHWH, Mensch, Frau, Erde, schaffen, machen, Tag, sehen, gut, vermehren, Fläche des Erdbodens, Vieh, kriechende Tiere, Vögel

Die Anspielung hebt den Kontrast zwischen der ursprünglichen, guten Schöpfung und der gegenwärtigen, bösen Situation hervor.

Der Sündenfall

1. Mose 3 – Verbindungen: Die Söhne Gottes sehen, dass die Töchter der Menschen gut sind und nehmen von ihnen allen zu Frauen, welche sie wollten

Die Anspielung auf den Sündenfall zeigt auf, wie der Autor das, was die Söhne Gottes tun, bewertet.

Eroberung Kanaans

4. Mose 13-14 – Verbindungen: Nephilim, Erde/Land, sehen, Augen, gut, böse, nehmen, Tag, JHWH

Ähnliche Situation: es gibt Riesen auf der Erde/im Land, das göttliche Gericht wird kommen, Mose ist ein neuer Noah, der in einer Arche (2. Mo 2,3 – gleiches hebräisches Wort wie in 1. Mo 6,14) aus dem Wasser gerettet wird, um Menschen in ein neues Land/eine neue Erde (gleiches hebräisches Wort) zu führen – die Parallelen hätten die Israeliten ermutigen sollen. Doch wie die Menschen vor der Flut glaubten sie nicht und kamen nicht in das verheißene Land.

 

Jesus im Text (Auswahl)

Lasst uns fröhlich sein und jubeln und ihm die Ehre geben; denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Frau hat sich bereitgemacht. (Off 19,7)

Ihr Männer, liebt eure Frauen!, wie auch der Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat, um sie zu heiligen, ⟨sie⟩ reinigend durch das Wasserbad im Wort, damit er die Gemeinde sich selbst verherrlicht darstellte, die nicht Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen hat, sondern dass sie heilig und tadellos ist. (Eph 5,25-27)

Aber wie die Tage Noahs ⟨waren⟩, so wird auch die Ankunft des Sohnes des Menschen sein. Denn wie sie in jenen Tagen vor der Flut waren: – sie aßen und tranken, sie heirateten und verheirateten bis zu dem Tag, da Noah in die Arche ging und sie es nicht erkannten, bis die Flut kam und alle wegraffte –, so wird auch die Ankunft des Sohnes des Menschen sein. (Matt 24,37-39)

Und Jesus nahm zu an Weisheit und Alter und Gunst bei Gott und Menschen. (Luk 2,52)

Und als Jesus getauft war, stieg er sogleich aus dem Wasser herauf; und siehe, die Himmel wurden ihm geöffnet, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabfahren und auf sich kommen. Und siehe, eine Stimme ⟨kommt⟩ aus den Himmeln, welche spricht: Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe. (Matt 3,16-17)